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Ganz zuhause

5.09.2010

Am Freitag bestiegen wir um 8:32 den IC (mit Fahrradmitnahme und reservierten Fahrradplätzen, versteht sich) in Hamburg-Altona. Die allerletzte Etappe begann. Radelkilometer waren kaum zurück zu legen: etwa einen zum Bahnhof Altona, genau so viel würde es daheim in Meckenbeuren auch werden.

Sehr geruhsam verlief die Zugfahrt. Ausnahmsweise war mal nur der Strom im Bistro ausgefallen, sodass das ‘Speisenangebot eingeschränkt’ zu Verfügung stand. Zum guten Glück organisierte die Bahn an jedem Bahnhof eine Thermoskanne mit Kaffee, so dass es wenigsten letzteren gab. Umsteigen mussten wir nur in Stuttgart, nachdem mir das Sitzfleisch schon fast wieder geschmerzt hatte, allerdings vom langen Sitzen auf den harten IC-Polstern.

Ein irrer Zufall ereignete sich im IC: ich traf einen sehr netten Mensch wieder, den ich vor zwei Monaten ebenfalls im Zug auf der Hinfahrt kennen gelernt hatte und wir damals schon eifrig ins Gespräch über das Radeln an sich, GPS am Rad und mein Projekt gekommen waren. Und es war wohl der Tag der Zufälle: Eine meiner Twitter-Kontakte (@MoppleTheWhale) stieg mit mir in Stuttgart um. Am Bahnsteig hatten wir sogar ein paar Worte gewechselt. Sie vermutete, dass ich die @db_uebersee bin, traute sich aber zunächst nicht, zu fragen. Später im Zug twitterte sie es aber – wie lustig! Als sie in Ulm ausstieg, plauderten wir noch ein bisschen.

Nach langer Reise längs durch Deutschland erreichten wir ziemlich zur geplanten Zeit (Hut ab, duetsche Bahn!) den Heimatbahnhof Meckenbeuren. Ich ahnte ja schon, dass meine extrem liebe Nachbarschaft meine Ankunft etwas zelebrieren würde. Aber das, was jetzt kam, überstieg meine Vorstellungen dann doch etwas.

Alle Nachbarn waren da! Selbstverständlich hatten sie den roten Teppich mitgebracht, auch wenn es sich um zwei hintereinander gelegte rote Badezimmerteppiche handelte. Dort musste ich natürlich auf dem Bahnsteig drüber fahren (obwohl man ja auf dem Bahnsteig gar nicht radeln darf, erzählt es keinem weiter😉 Ein Stück Leintuch kam zu neuen Ehren und wurde mit großem Willkommenslogo versehen geschwenkt und ich mit mehreren Sträußen Sonnenblumen überhäuft. Der Prosecco floss in Strömen. Und bei allem – ich glaubte es kaum – war fotografierenderweise die Presse zugegen, die Schwäbische Zeitung hatte eine Redakteurin vorbei geschickt. Sie wird mich diese Woche noch eingehender befragen und dann gibt es wohl einen Artikel über mich. Im Zug schon hatte das ‘Wochenblatt’ angerufen und ebenfalls um ein Interview gebeten. Dabei war ich doch nur ein bisschen radeln…

Zuhause gab es dann erst mal eine zünftige Willkommensparty, es wurde extra für uns lecker gekocht und mein oberschwäbisches Lieblingsbier serviert. Trotz des Blogs gab es natürlich viel zu erzählen, viele Details eignen sich nun mal besser für den privaten Rahmen. Alle freuten sich sichtlich, dass ich wieder heil, gesund und gut gelaunt zuhause angekommen war.

Nun ist schon alles ausgepackt, wieder verstaut, die Wäsche gewaschen und durch den Trockner geschickt, das Zelt geputzt und ausgefegt, die Post durchgeschaut, der Kühlschrank wieder gefüllt, das erste Mal schon wieder am heimischen Herd gekocht – kurzum, so schnell ist man wieder im ‘Alltag’ zurück, auch wenn bisher nur ruhiges Wochenendprogramm angesagt war. Eigentlich fühlt es sich gar nicht nach über zwei Monaten Abwesenheit an, ich habe alles auf Anhieb gefunden. Meine Klamotten sitzen allerdings sehr locker, die meisten Hosen sind nur mit Gürtel ordentlich zu gebrauchen, daran merke ich schon, dass das ein etwas größeres Projekt war. Morgen steige ich nunh wieder in den Büroalltag ein und hoffe dass mich dieser nicht gleich überschwemmt.

2 Comments leave one →
  1. Die andere Ute permalink
    23.09.2010 19:28

    Hi dbuggle,

    wie viele Utes kennst du eigentlich?🙂

  2. 21.09.2010 07:58

    Liebe Dagmar,
    gelesen hab ich fast alles, aber leider immer nur zwischendurch und leider auch ohne Kommentar.
    Aber es freut mich, daß Du wieder so gut gelandet bist. Das muß doch ein tolles Gefühl sein, diese Reise gemacht zu haben (Neid-Neid-Neid-Freufürdich)
    Ich habe in den letzten 10 Tagen Schwiegermutters Wohnung geräumt, weil sie aus dem Pflegeheim nicht mehr nach Hause kann. Das war staubig und eigentlich langweilig.
    Aber es gibt ja Termine zum Wiedersehen. Herr Hug hat Dir sicher auch schon geschrieben.
    Da würde ich mich schon freuen Dich zu sehen.
    liebe Grüße
    Ute

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