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Von der Düne an den Deich

27.08.2010

Sønder Havrvig – Oksbøl – Esbjerg – Ribe

114 km

Gut erholt gingen wir heute den letzten Teil der Nordseerunde an. Die Bedingungen waren zum Glück wieder sehr radlerfreundlich: heiter bis wolkig und anfangs fast windstill, später eine nette Brise aus Nordwest.

Zunächst ging der Dünenradweg noch ein ganzes Stück nach Süden weiter. Auch hier schlängelte er sich freundlich hinter der Hauptdünenlinie entlang, in meistens sehr gut rollender Qualität trotz feinen Schotters als Belag. Das Heidekraut blüht von Tag zu Tag kräftiger und man fuhr zwischen weiten lila Matten, eingebettet in die zart grünen Dünenhügel umher.

Am Ende des Ringkøbingfjords ist dann mal wieder eine alte Bahnstrecke Programm: kurz verläuft der Radweg auf ihr, weiter südlich hörte man immer wieder Gerumpel auf den alten Schienen und Gekicher, man kann dort auf den noch bestehenden Schienen Draisine fahren. Wir waren allerdings deutlich schneller.

Dann wurde es wahrhaft militärisch: große Bereiche sind als Schießgebiete markiert und wir fuhren an einer bemannten Panzerhaubitze vorbei, die uns später sogar mit einem unglaublichen Getöse und gefühltem Erdbeben überholte. Das Dünenland ist auch immer wieder durchzogen von tiefen Schneisen, die die Kettenfahrzeuge in die Heide fräsen. In Oksbøl machten wir Pause, auch dort war ein Uniformierter zu sehen.

Kurz vor den Stadtgrenzen von Esbjerg dann ein echter Hingucker: die beeindruckend großen Skuplturen aus weißem Beton ‘Mennesket ved Havet’. Sie sind vom dänischen Künstler Svend Wiig Hansen und sollen die pure und unverdorbene Begegnung des Menschen mit der Natur schildern – bevor er sich erhebt, um zu ‘handeln’. Stoisch starren die weißen Betongesichter aufs Meer hinaus und die Besucher sitzen auf den dazu gehörigen Füßen.

esbjerg

Mennesket ved Havet - Der Mensch am Meer, machen allein ob ihrer Größe was her!

Esbjerg selbst kann man so schnell verlassen, wie man hinein gefahren ist. Die Route macht hier auch wieder einen großen Bogen um die Innenstadt, und wir wollten schon mal schauen, wie es da aussieht. Fast wären wir ganz schnell hinaus gefahren – wir befanden uns quasi schon auf der Autobahnauffahrt, als uns ein LKW-Fahrer wild gestikulierend und in fremden Worten zu verstehen gab, dass wir die Straßenseite wechseln müssen, um auf der Route für die Radler zu bleiben.

Das Land ist hier komplett flach, es gibt keine Dünen mehr, sondern das Wattenmeer beginnt hier wieder. Deswegen ist man wieder am Deich – die Runde schließt sich langsam, das kennt man doch schon… Schafe, deren Hinterlassenschaften auf einem einsamen Asphaltweg, ab und zu eine Schleuse. Von weitem sah man schon den Dom von Ribe, unser anvisiertes Tagesziel.

Und das Ziel war der heutige Höhepunkt: so ein schönes mittelalterliches Städtchen. Ganz entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten zogen wir noch einmal los, um einen Blick in möglichst viele der schönen Gassen mit den vielen wunderbar erhaltenen mehrere hundert Jahre alten Häusern zu werfen. Im Hotel Dagmar gab es einen lustigen Barkeeper und ein Getränk von ihm, danach nahmen wir am Rundgang des Nachtwächters teil – natürlich mit einem ganzen Pulk sonstiger Touristen. Sie waren zu zweit, sangen traditionelle Nachtwächterlieder und erzählten an manchen Ecken etwas über die Stadt und deren lange Geschichte. Eine sehr angenehme Touristenbelustigung.

ribe

Blick von unserem Hostelfenster auf die schöne Altstadt von Ribe

2 Comments leave one →
  1. Dirk Cl permalink
    27.08.2010 20:53

    Hallo Dagmar,
    schade, daß es mit einem Treffen in Henne Strand nicht geklappt hat.
    Witzig, heute waren wir auch in Esbjerg, wir haben Bekannte auf Fanö besucht und den Tag auf der Insel verbracht.
    Ribe haben wir auch noch als Ausflugszielauf dem Programm.
    Viel Spass bei Eurem Endspurt nach Hamburg.
    Gruß Dirk

    • 27.08.2010 21:06

      Ja, wir waren heute halt endlich wieder richtig unterwegs und kaum zu bremsen, ein Abstecher nach Henne Strand hätte da nicht wirklich gepsst. Wir sind auch bis Oksbøl durchgedonnert, bis wir unsere erste Pause gemacht haben. Ribe müsst Ihr Euch unbedingt anschauen, echt wunderschön! Gruß Dagmar

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