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Immer noch stürmisch

25.08.2010

Agger – Hurup – (Bahn) – Ringkøbing – Sønder Havrvig

43 km

Die Prognosen hatte leider recht behalten. Der Wind blies unvermindert von Westen in Sturmstärke übers Land. Da wir nicht noch einen Tag tatenlos verstreichen lassen wollten, bauten wir in die heutige Etappe wieder ein paar Bahnkilometer ein.

Unser Ziel war genau definiert: Südlich von Hvide Sande hat die Schwester meiner Nachbarin ein Sommerhaus, wo wir Station machen wollten. Das wäre bei normalen Bedingungen genau eine Tagesetappe gewesen, wir hatten uns eingentlich schon für den Vortag angemeldet. Da die Strecke nicht nur auf den ersten 10 km derartig den Sturmböen ausgesetzt gewesen wäre, sondern es noch mehr solche Strecken in dieser Gegend gibt, beschlossen wir, bis Ringkøbing die Bahn zu nehmen.

Deswegen ging es zunächst mit diesem kräftigen Wind meistens im Rücken nach Hurup, wo die nächste Bahnstation lag. Das war eine ganz andere Radelerfahrung wie am Tag zuvor auf der Agger Tange, wo der Wind schräg von vorne kam und es quasi nur noch eine Straße im Meer gibt. Ratz-Fatz waren wir da und entkamen einem letzten sintflutartigen Schauer gerade so.

Die Bahnfahrt verlief problemlos, in kleinen, modernen, sauberen Nahverkehrszügen, sogar mit kostenlosem WLAN. Bald war Ringkøbing erreicht, ein nettes Städtchen. In einem schönen gepflasterten Hinterhof stärkten wir uns für die 10 km, die wir gegen den Wind nach Westen zurücklegen mussten.

Und das war sehr vernünftig. Kaum mit zweistelligen Geschwindigkeiten krochen wir gegen den Wind an. Wir überholten ein Paar Jogger mit kaum größerer Geschwindigkeit, als diese drauf hatten. Nach einem Pinkelstopp unsererseits hatten sie uns schnell wieder selbst überholt. Das gute daran war mal wieder, dass der schlechte Schotterweg kaum nervte…

Irgendwann kamen wir dann allerdings tatsächlich ‘ums Eck’, also an die Küste, wo es südwärts weiter ging. Und was für eine Überraschung: der Wind kam leicht aus Nordwesten und unterstützte uns stellenweise ganz gut. Dazu war der Weg nach Hvide Sande und weiter südlich davon mal wieder sehr schön: völlig autofrei schlängelt sich über viele Kilometer ein sehr schön laufender Schotterweg hinter der Düne her. So macht die Radlerei wieder Spaß und die paar Stellen, wo es nach Westen ging oder der Schotter mal wieder extrem hoppelig war, fielen nicht so sehr ins Gewicht.

Bald waren wir in dem schönen Sommerhäuschen mitten in den Dünen angekommen, wo wir den spannenden Geschichten unserer Gastgeberin lauschen durften, die viele Jahre für das rote Kreuz in der sogenannten dritten Welt als Ärztin gearbeitet hat.

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