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Gestrandet

24.08.2010
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Schlechtwettertag in Agger

2,5 km

OK, das wird vermutlich den Rekord des schlechtesten Wetters der Tour bekommen und nicht mehr verlieren. Schlimmer geht fast nicht. Mir zumindest war die Radlerei heute so gut wie unmöglich – Sturm mit Böen mit bis zu 80 km/h, die mich von der Seite immer wieder auf die Mitte der Straße und fast umwehten.

Die ganze Nacht schon tobte der Sturm um unser Campinghäuschen. Die Richtung hatte er gewechselt: Hatte er gestern noch oft unterstützend von Osten geweht, drehte er irgendwann wieder auf (Süd-)Westen, um dann komplett Gas zu geben. Diese  Richtung war aber komplett unbrauchbar für die folgende Etappe. Mit einem sehr mulmigen Gefühl saß ich deswegen beim Frühstück, gingen die ersten 10 km doch auf einer wenige 100 m schmalen Landzunge nach Süden, so dass der Wind dort ungehemmt schräg von der Seite hinein hauen würde. Und auch der Rest der Etappe sah ähnlich aus: direkt am Meer mit wenig bis gar keinen Schutz durch Hügel oder Bewuchs.

Und ich wurde nicht enttäuscht: Hatte ich auf dem Campingplatz noch das Gefühl, es ginge doch einigermaßen, war auf dieser ungeschützten Straße schnell Schluss mit lustig. Stefan konnte dem Wind noch einigermaßen etwas entgegensetzen, aber ich mit meinen Lowridertaschen und meinen gut 50 kg wurde in kürzester Zeit mehrfach hin und her gebeutelt. Immer wieder fand ich mich in der Mitte der Straße wieder, gefühlt kurz vor dem Abwurf von meinem Rad, ein vernünftiges Fortkommen schlicht unmöglich.

So drehten wir um und fuhren erst mal wieder zum Campingplatz zurück. Hier gibt es einen schönen Aufenthaltsraum, in dem wir erst mal eine Strategie entwickelten. Wir entschieden uns, zunächst mal abzuwarten, ob es vielleicht gegen Nachmittag etwas besser wwürde. Die Prognosen waren allerdings alle gegen uns: Sogar noch mehr Wind wurde uns für den Nachmittag versprochen.

Es schien sich zu bewahrheiten, der Sturm heulte um halb eins noch genau so heftig wie zuvor. Also bezogen wir unser Hüttchen von der Nacht zuvor neu. Die viele Zeit, die wir nun hatten, nutzen wir zumindest zu einem Teil, in dem wir ins 1 km entfernte Agger fuhren. Wir hatten bis jetzt ja nur den Campingplatz gesehen.

fiskerhuset

Ein altes Fischerhäuschen in Agger

Auch Agger ist einer der typischen Küstenorte hier: haufenweise Sommerhäuser oder Feriensiedlungen, zwischendrin putzige kleine alte Fischerhäuschen. Aufgrund der Nachsaison schien auch hier ein wenig der Hund begraben. Einen Kaffee bekamen wir in einem Take-Away, alles andere hatte zu, ob zu früh am Tag oder wegen der Nachsaison, konnte man nicht ermitteln.

Wir wagten uns kurz über die Düne an den Strand: brutal blies einem der Wind hier den Sand um die Ohren, am Durchgang in der Düne war das durch den Düseneffekt kaum auszuhalten. Die Brecher waren beeindruckend. Der Lärm ohrenbetäubend. Gemütlich ist anders.

brecher

Sturm direkt am Strand - kaum auszuhalten

Dafür kauften wir ordentlich ein, endlich mal ein wenig Zeit, etwas aufwändiger zu kochen. Ein erstaunlich gut sortierter und mit schönen frischen Waren bestückter Sparladen versorgte uns gut. Ein paar alte Fischerhäuschen waren noch zu besichtigen, bzw. zu fotografieren, und dann ging es wieder zurück zu gezwungenermaßen gemütlichem Nichtstun in unsere Hytte. Naja, so hat man wenigstens mal etwas von der zugegeben sehr schönen Unterkunft!

Gegen Abend kamen wieder sintflutartige Schauer zu der allgemeinen Wettersituation dazu – offensichtlich eine gute Entscheidung, nicht draußen auf dem Rad zu sitzen. Und es tobt weiter. Die Prognosen versprechen uns im Moment einen weiteren derartigen – oder abartigen – Tag.

One Comment leave one →
  1. 25.08.2010 11:01

    Poor Dagmar. The weather is being horrid for you but it is raining here in England as well. I loved Denmark on my trip. I hope that you are still enjoying the challenge despite the weather. Keep pedalling.

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