Skip to content

Südwest

19.08.2010

Grenå – Bønnerup Strand- Udbyhøj – Hadsund

100 km

Hier geht echt die Post ab: obwohl wir uns heute morgen richtig Zeit ließen hatten wir die 100 schon kurz nach 17:00 Uhr voll. Und das trotz ernsthaften Gegenwinds, zumindest auf den nach Westen gehenden Passagen, und derer gab es viele!

Spät in der Nacht rollten wir auf dänischen Boden. Um kurz nach Mitternacht entließ nach nerviger Warterei uns die Fähre zusammen mit gefühlt hunderten von LKWs aus ihrem dicken Bauch. Ein Hotelzimmer war ja telefonisch organisiert und das fanden wir dank GPS auch ganz schnell. Selbst die personenlose Schlüsselübergabe funktionierte auf Anhieb und so kamen wir knapp vor 1:00 in einem schönen Zimmerchen zu wohlverdienter Nachtruhe.

Morgens ließen wir uns dann etwas mehr Zeit als sonst. Ohne Hektik rollten wir um kurz vor 10 vom Platz. Sofort war klar, was den Tag am stärksten beeinflussen würde. Schon die ganze Nacht hatte er, ohne müde zu werden, ums Hotel geheult: ein ziemlich deutlicher Wind aus Südwest.

Die Hauptrichtung der nächsten Tage ist zwar Norden, allerdings streckt Dänemark bei Grenå ziemlich die Nase nach Osten vor, das heißt, wir hatten heute einige Passagen, die genau nach Westen gerichtet waren. Und da war heute oft richtig Schluss mit lustig. So einen Wind hätte ich ja eher auf den schottischen Inseln erwartet, wo er quasi ausgefallen war. Hier scheint er sich dran zu erinnern und etwas nachholen zu müssen.

Die Strecke führte über sanfte Wellen, von Landwirtschaft geprägt. Alle bäuerlichen Tiere, die man so kennt, waren heute am Wegesrand immer mal wieder zu sehen, außer den Schweinen, die man nicht sieht, aber oft ziemlich deutlich riechen kann. Das Land ist wieder komplett anders als das, das wir gestern verlassen haben: leicht geschwungene Felder, Wiesen, Wälder. Immer wieder hat man von einer kleinen Anhöhe aus einen Blick auf die hier scheinbar unendliche Wasserfläche. Die Küste geprägt von Salzwiesen und Schlick. Felsen wie in Schweden oder gar in Norwegen sieht man hier gar keine mehr.

Die Häuser oft eingeschossig, viele mit Reetdach. Manche sehr hübsche Fachwerkhäuschen mit schön blühenden Gärten drumherum. Immer mal wieder ein Schlösschen, das verträumt in zwischen den Hügeln liegt. Alles in allem einfach sehr nett.

hus

Oft einfach nett hier!

Erstaunlicherweise kamen wir trotz des manchmal gemeinen Gegenwinds trotzdem sehr gut voran. Zum einen war immer mal wieder ein Stück Wald, wo man die Ruhe ein Stückchen sehr genoss, bevor einem der Wind wieder die Ohren voll heulte. Zum anderen ist die Streckenführung so abwechslungreich, dass man nie viele Kilometer bis zum nächsten Richtungswechsel hat.

In Bønnerup Strand war unsere erste Pause des Tages. Ein Ferienort, in dem allerdings inzwischen – hier ist absolute Nachsaison – ziemlich der Hund begraben ist. Wir bekamen trotzdem einen Kaffee und probierten eine dänische frischgebackene Waffel mit Softeis: eine absolute Energiebombe, sehr süß. Den in der Hosentasche gefundenen Hotelzimmerschlüssel konnten wir dort mit Hilfe der Dame des Dorfladens in einen Briefumschlag stecken und zurück schicken, dieses Mal war es zum Glück nicht mir passiert (was hätte ich mir anhören müssen😉.

Eine Fähreüberfahrt stand heute auf dem Programm. Dort hofften wir auf entsprechend Gastronomie und einen Imbiss mit frischem Fisch. Leider gab es nur einen wenn auch sehr schön gelegenen Take-Away am Gästehafen und sonst gar nichts, deswegen wurde es ein Fischburger zum obligatorischen Kaffee.

udbyhoj

Die einzige Fähre heute - etwas kleiner als die letzte

Das Etappenziel war Hadsund. Eigentlich wollten wir ja einen schönen Campingplatz am Meer, aber in Hadsund waren die 100 wieder mal voll und eine kombinierte Campingplatz-Jugendherberge. Da ließen wir das Zelt wieder mal in den Taschen und checkten in die Jugendherberge ein. Die ‘Landlady’ ist eine sehr nette Schweizerin, die seit 16 Jahren hier lebt. Sie gab uns ein extra schönes Zimmer mit noch ein wenig Abendsonne und einige Tipps für die morgige Radroute mit auf den Weg. Auch das wieder ein gutes Plätzchen!

One Comment leave one →
  1. Torsten permalink
    20.08.2010 11:37

    Hallo Dagmar,

    danke das ich Dich bei Deiner Tour begleiten darf. Deine Tagesberichte und Bilder sind seit fast 2 Monaten morgendliche Highlights.
    Wir (2 Erw. + 2 Kids) fahren seit 3 Jahren die NSCR und sind aber erst von Hamburg bis Hanstholm gekommen. Ca. 3 km östlich von Hanstholm gibt es einen schönen Campingplatz- wenn´s paßt.

    Ab Hansholm viele Campinglätze mit Hütten. Ab Esbjerg wird´s wieder “einsamer”- dafür mehr Jugendherbergen und Asphaltstraßen am Deich nur für Radler. Ich schätze Dein Freund wird mit seinem Hänger Deine Hilfe bei den vielen vielen Viehgittern brauchen Es sind gefühlte tausende (bin auch Hängerfahrer).
    Viel Spaß noch beim homerun; drücke die Daumen- wenig Gegenwind !

    Gruß

    Torsten

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: