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Die Spatzen von Haga

17.08.2010

Kungälv – Göteborg – Kungsbacka – Åsa

89 km

Eine Etappe mit sehr viel fast perfekter Fahrrad-Infrastruktur, wenn auch manchmal alles andere als ruhig. Die letzte Großstadt auf meiner Runde.

Beim Aufbruch morgens kam sogar ein wenig die Sonne durch, obwohl die Prognose uns den Regen wieder fest versprochen hatte. Aber es war trocken und der Wind blies immer noch sehr kräftig und immer noch von Nordosten. So reisten wir in einem Höllentempo in Richtung Göteborg. Von Kungälv an verläuft die Strecke immer sehr nah an der Autobahn, wenn auch auf perfekt ausgeschildertem und angelegten Fahrradweg. Überhaupt: ab hier konnten die Schweden plötzlich beschildern: an jeder Kreuzung Schilder mit allen in Frage kommenden Ortsnamen in die jeweiligen Richtungen. So gut beschildert war noch keine Stadt bzw. deren Umgebung zuvor.

Recht bald waren wir daher in Göteborg. Hier steuerten wir zunächst den Kajakladen an – hier müssen wir immer vorbei schauen, wenn wir in Göteborg sind. Danach schauten wir wieder im Stadtteil Haga vorbei – ein nettes Stadtviertel mit vielen alten Häusern, gepflasteren Fußgängerstraßen und netten Cafés, ein bißchen Alternativprogramm zum restlichen modernen ‘normalen’ Zentrum. Hier fanden wir schnell das Café Kringlan wieder, dort haben wir schon beim letzten Besuch gut gegessen und gesessen. Zum einen kann man auf den Plätzen, die draußen unter der Markise sind, wunderbar Leute beim Schlendern beobachten, zum anderen gibt es hier eine zahlreiche Spatzenschar, die frech immer wieder versucht, an Essensreste zu kommen. Auch die letzteren hatten wir schon im letzten Jahr gesehen, und sie waren alle wieder da.

Als wir völlig entspannt Spatzen beobachtend unter der Markise saßen, brach plötzlich ein wahrer Wolkenbruch über uns herein. Wir beglückwünschten uns natürlich, dass wir gerade nicht auf den Fahrrädern saßen und die Markise hielt dicht. 15 min später war es damit auch schon vorbei und die Sturzbäche in den Gassen versiegten wieder.

spatzen

Während des Wolkenbruchs stellten sich die Spatzen auch mal schnell unter

Dann also weiter Richtung Süden. Wieder führte uns sehr lange ein reiner Fahrradweg gen Süden, teilweise direkt am Meer antlang, und das ausschließlich für unmotorisierte Fahrzeuge. So lange so ruhig bin ich auf meiner Tour selten direkt am Meer entlang geradelt, sehr schön! Und immer noch kräftiger Rückenwind, geregnet hatte es auch nicht mehr, nachdem wir in Göteborg doch noch das Regenzeug angezogen hatten, um es 10 min später wieder auszuziehen.

Am frühen Nachmittag erreichten wir Kungsbacka. Ganz nett, aber nichts bahnbrechendes, für das man Kungsbacka unbedingt gesehen haben müsste. Das interessanteste während unserer dortigen Kaffeepause (sogar draußen, die Sonne kam ganz zaghaft ein wenig durch die Wolken) war die Baustelle. Offensichtlich hat man es hier mit sehr sandigem Boden zu tun, auf jeden Fall versenkte eine Ramme 20 m lange Baumstämme im Boden. Der ganze Platz bebte ab und zu vor sich hin, wenn der Grund offensichtlich mal wieder etwas widerstandsfähiger war. Man konnte sich förmlich vorstellen, wie die Rathausangestellten auf ihren Bürostühlen durch die Büros hüpften.

Die letzte Teilstrecke führte uns wieder ans Meer. Wir fuhren durch Fjärås Bräcka, der Name kam mir seltsam bekannt vor. Stefan kam dann kurz vorher drauf: Auch hier waren wir in den vergangenen Jahren gewesen, hat es hier doch weitläufige Felder mit ‘Hinkelsteinen’, also auch hier steinerne Hinterlassenschaften aus der Bronzezeit. Wie Wächter stehen die bis zu 5 m hohen Steine auf einer recht großen Fläche herum. Aufgrund der großen Anzahl sehr sehenswert.

hinkelsteine

Hinkelsteine aus der Bronzezeit

In Åsa war das Meer wieder erreicht und eine wieder sehr schöne Jugendherberge hatte ein Zimmerchen für uns, sogar mit Meerblick. Morgen haben wir noch ca. 40 km, dann ist die schwedische Strecke schon zu Ende und es geht per Fähre nach Dänemark.

One Comment leave one →
  1. Anneli permalink
    17.08.2010 19:58

    Hallo Dagmar und Stefan,

    schade, dass ihr so kurz in Göteborg waren. Sonst hätten wir uns ja treffen können. Auch schade, dass ihr nicht vorbei Varberg fahren weil in Träslövsläge hättet ihr gern ein paar Nächte übernachten können in unsere Sommerhaus. Da gibt es auch super Eis bei “Tre Toppar”, den bästa glassen!!!

    Cykla på, hejåhå🙂

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