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Ex-Schnellstraße

10.08.2010

Lillesand – Arendal – Tvedestrand – Bossvik

96 km

Ein Tag mit wenig spektakulären Höhepunkten. Einen großer Teil ging an einer stark befahrenen Landstraße entlang, was nicht so sehr lauschig war.

Recht früh hatte ich endlich mal ein trockenes Zelt und mein restliches Gedöns zusammen gepackt. Etwas spannend war die Frage, ob mir das etwas nützen würde, hatte ich doch am Vorabend mein Handy zum Aufladen in den Waschmaschinenraum gelegt und später festgestellt, dass dieser abgeschlossen worden war. Im Moment, in dem ich mein Gefährt vom Zeltplatz rollte, sah ich allerdings, dass der Campingplatzwart schon zugegen war und er hatte auch schon aufgeschlossen.

Zum Frühstücken bin ich ins Hotel:  im Hotel ‘Norge’ gab es ein wunderbares Frühstücksbuffet. Das ist in Skandinavien zum Glück unproblematisch jederzeit möglich, und die Buffets in den Hotels sind immer reichhaltig bestückt.

Um neun Uhr pünktlich ein Regenguss – ich hatte schon wieder den ‘nasses-Regenzeug-dauernd-an’-Film im Kopf. Ich schenkte mir noch einen Kaffee ein, und es hörte zum Glück wieder auf.

Dann los. Eigentlich standen für die ersten 15 km wieder ein ätzender steiler schottriger Schnellstraßen-Vermeidungsweg auf der Karte. Aber halt, da war ja inzwischen noch eine viel schnellere Schnellstraße gebaut worden! Und so fragte ich im Hotel, ob man auf der alten E18 jetzt radfahren könne, was mir aufs kräftigste bestätigt wurde. Und es bewahrheitete sich: absolut ruhig, keine LKWs, und natürlich super ausgebaut mit ganz sanften Steigungen, wie man das im allgemeinen für motorisierte Fahrzeuge so macht. Selten habe ich den Bau einer Autobahn so begrüßt wie heute!

Bis Arendal war dann Fahrradweg entlang einer stark befahrenen Landstraße angesagt. So richtig Norwegen-Idyll war hier weniger festzustellen. Zum Glück liefen diese Kilometer wie am Schnürchen und zu einer frühen Mittagspausenzeit war ich dort.

Ein sehr nettes Städtchen. Die Altstadt liegt auf einer Halbinsel, die bunten Holzhäuser gruppieren sich rundherum am Hang, und auf dem Hügelchen steht pittoresk eine Kirche. Im Strandcafé direkt am Kai stärkte ich mich mit Labskaus und Kaffee. Die Sonne war eigentlich schon wieder recht oft herausgekommen, aber pünktlich zu einem weiteren kurzen, aber kräftigen Regenguss saß ich unter der Markise.

arendal

Arendal

Die Fahrradweg-Landstraßen-Situation blieb noch ein Weilchen so, bis das Routenmanagement wieder ruhigere Sträßchen für die Radfahrer gefunden hatte. Dann wurde es aber wieder sehr lauschig. Wahrscheinlich muss man immer mal wieder nervige verkehrsreiche Situationen hinter sich bringen, dass man die Ruhe wieder richtig genießen kann.

Die Hügelsituation wurde nach Norden hin auch wieder etwas forscher. War ich bisher nur ganz sanft und kurz mal eine Steigung hinauf gekurbelt, waren hier die Anstiege doch wieder spürbar und gegen Abend zog mich ein Sträßchen mal wieder auf eine dreistellige Höhe. Aber immer noch alles sehr ‘lettsykkled’, wie der Norweger zu sagen pflegt, also leichte Aufgaben. Außerdem erleichterte mir wieder ein frischer Wind, der mir ins Kreuz blies, die Arbeit.

Kurz vor Risør waren die 100 km fast wieder voll und ein Hüttenverleih am Weg. Für mich war gerade noch eine ganz putzig kleine Hütte übrig. Der Preis ist zwar erheblich höher als mit dem Zelt auf dem Campingplatz, aber es soll heute nacht kräftig regnen und ich wollte nicht schon wieder nasses Zeug im Regen packen. Und es ist wirklich sehr gemütlich hier, absolut ruhig am Wasser gelegen. Ein Bootsanleger und ein winziges Stückchen Sandstrand. Im Hüttchen ist gerade Platz für 2 Betten und ein Wasserkocher. Dusche und WC darf ich im Gastgeberhaus benutzen. Außer zirpenden Grillen ist hier nichts zu hören, Verkehr ist hier quasi nicht. Ein sehr schönes Etappenziel.

One Comment leave one →
  1. Dirk Cl permalink
    11.08.2010 05:32

    Hallo Dagmar,

    ich lese nahezu täglich Deinen Blog und freue mich mit Dir über Deine schönen Erlebnisse und Erfahrungen.

    Für den Fall, daß es mit einem Treffen in Dänemark klappt, wir sind vom 25.08. – 08.09.2010 in Henne Strand. Details habe ich Dir auf Deine Firmen-email geschickt.

    Kannst Du schon abschätzen, wann Du in der Gegend bist ?

    Bis denne und noch eine tolle Radl-Woche,

    Gruß Dirk

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