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Sommer

8.08.2010

Kvinesdal – Farsund – Mandal

99 km

Ein wunderbarer Tag mit richtig warm und Sonne und gutem Wetter. Immer wieder schön am Wasser entlang, schöne Felsarrangements, manchmal noch steil. Relativ selten habe ich heute geflucht über norwegische Straßenbauer bzw. Radroutenplaner.

Nach gutem Frühstück im Gjestehus (es waren offensichtlich noch Reste von der Party da – Roastbeef!) brach ich gut gestärkt kurz nach neun auf. Noch war der Himmel bedeckt – aber Gott sei Dank wieder trocken. Die erste Aufgabe des Tages war ja, das Fjordtal auf der anderen Seite wieder hinunter zu fahren. Da es auf der Seite von gestern schön flach ans Ende gegangen war, freute ich mich auf ein paar gemütliche Kilometer zu Beginn des Tages. Aber nix da – gleich nach dem Ort zog sich das Sträßchen den Hang hinauf und ich fand mich wenig später wieder mal auf 200 Metern.

Auf dieser Höhe wellte sich das Sträßchen eine Weile vor sich hin, um dann wieder mal an einen Fjordausläufer hinunter zu fallen. Hier, in 19 km Entfernung vom Ort, wäre auch der erste Campingplatz gewesen, was noch mal gute eineinhalb Stunden Schwerstarbeit bedeutet hätte – gut, dass ich mir das gestern abend nicht mehr angetan habe.

Danach gab es drei Alternativen für die weitere Routenplanung bis Lyngdal. Hin und her hatte ich schon überlegt, welche Alternaitve ich nehmen sollte: die erste war kilometermäßig die günstigste aber vom Höhenprofil sehr schwer verdaulich. Die zwei Radler vom letzten Campingplatz waren das gefahren und hatten von Steigungen mit mehr als 20% erzählt, außerdem ging das Sträßchen bis auf fast 400 m hinauf. Dann gab es eine Variante etwas weiter südlich, die 8 km mehr betrug – aber wahrscheinlich ähnlich unverdaulich, was die Steilheit anbelangt. Beim Frühstück hatte ich noch mit einigen ortsansässigen Norwegern darüber diskutiert, so richtig schlüssig war das Ergebnis aber nicht. Daneben existierte natürlich noch die offizielle Radroute. Die Variante machte aber einen großen Umweg, ganz außen rum um die Landzunge mit vielen Fleißkilometern.

Und – ich habe die vierte Alternative genommen, die sich quasi spontan ergab (so viel zum Thema Planung). Ich hatte Variante 1 und 2 schon innerlich abgehakt und dachte, dass ich die Kilometer außenrum in Kauf nehme. Dann fand ich mich aber auf der Landstraße 465 südlich von der Abzweigung der Route wieder. Hat wohl mal wieder ein Schild gefehlt. Ich wollte aber auch nicht mehr zurück, und die Straße führte in den richtigen Ort. Und plötzlich war da ein Tunnel, in dem der ganze Autoverkehr verschwand, weder meine Papier- noch meine GPS-Karte kannten diesen. Für die Fahrradfahrer war die ‘alte’ 465 beschildert – noch dazu mit feinstem, absolut frischem Asphalt. Ein wunderbares Sträßchen, total ruhig. Absolut die richtige Variante.

strasserl

Total ruhig wand sich dieses Sträßchen durch die Landschaft. Ein einziges Auto begegnete mir währen einer guten Stunde.

Inzwischen war das Wetter richtig sonnig und sommerlich geworden. Nach Farsund waren 20 Kilometer auf der 43 geboten – und diese rollten richtig, fast flach war diese Strecke. Die ersten selbsttätig rollenden Kilometer nach viel schweißtreibender Steilheit.

Noch einmal war ein kleines Sträßchen mit sehr steilen Anstiegen im Programm, lästig, nachdem es doch wieder so gut gerollt war. Aber man kam von Fjordausläufer zu Fjordausläufer, immer viel am Wasser entlang, wieder ein wunderschöner Streckenabschnitt! Sandstrände, die bunten Holzhäuschen und die bewaldeten Hänge drumherum – bei schönem Wetter ein Paradies.

fjord

Da könnte man es aushalten!

Bis Mandal dann noch einmal ein wenig das bekannte norwegische steil geschotterte Schnellstraßenumgehungsprogramm mit Schiebeeinlagen, dieses Mal ohne Blessuren (ganz so unverdaulich wie die vergangenen war es auch nicht). Und jetzt bin ich tatsächlich in Mandal. Im Pensjonat war noch ein Bett frei, quasi wie Jugendherberge. Eine alte Villa, sehr stilvoll mit gusseisernem Ofen und Delfter Kacheln in der TV-Stube.

3 Comments leave one →
  1. Die andere Ute permalink
    9.08.2010 20:02

    Hi,
    ich hatte doch gesagt, dass ich meinen Foto-Koffer in der Gegend um Flekkefjord hatte stehen lassen. Jetzt weiß ich auch wieder wo: Dort, wo Variante 1 und Variante 2 lang führen. Durch die Steigungen und über die Felsen. Na gut, ich denke, mit Fahrrad und Gepäck (Wie viel Kilogramm sind das denn zusammen?) hast du eine clevere Entscheidung getroffen, da nicht lang zu fahren! Hätte ich auch nicht gemacht!
    Wie gut, dass du schon so viel Training hinter dich gebracht hast, bevor du in dieses profilmäßig fiese aber ansonsten wunderbare Land kamst….

    • 10.08.2010 20:15

      Hätte auch echt nicht gewusst, wo ich den noch hinpacken soll…

  2. Werner Schnierer permalink
    8.08.2010 20:32

    Schade, dass ich in den nächsten 17 Tagen meine Gute-Nacht-Lektüre umstellen muss, denn in Korsika muss ich fernab der Städte WLAN wohl mit der Lupe suchen, von Daten-Roaming wollen wir erst gar nicht reden!🙂
    Demnächst zeige ich auch mal deine z.T. spektakulären und wunderschönen Fotos meiner Frau, die ja immer nur in den warmen ‘Süden’ will – vielleicht lässt sie sich ja mal überreden.
    Glück auf die nächsten Wochen und immer ne steife Brise im Rücken,
    Werner, Mowa🙂 huhu

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