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Stille

3.08.2010

Leirvik – Haugesund –  Røvær

95 km (davon insg. 17 km per Fähre oder Boot)

Relativ entspannt begann ich den heutigen Tag. Konnte ich doch bei fast sonnigem Wetter zum Frühstück die tolle Aussicht von meinem Zeltplätzchen noch mal genießen. Um neun Uhr war allerdings alles wieder an seinem Platz und die Lokomotive rollte los.

Zunächst musste der Weg auf relativ verschlungenen Pfaden aus Leirvik heraus gefunden werden. Meistens ganz gut beschildert, allerdings stellenweise gar nicht, gab es einige Stellen, wo man stark überlegen musste und die reale Situation mit der Karte auf dem GPS-Display vergleichen musste. Meine ‘Vorgänger’, deren Tracks ich gerade abfahre, hatten diesen Ast offensichtlich überhaupt nich gefunden und hatten einen Umweg gemacht, sowohl was die km angeht, als auch ‘3D’.

Bald hatte ich jedoch den Radweg entlang der E39 gefunden, auf der 3 – davon 2 beeindruckende Hänge – Brücken im Morgenprogramm standen. Immer sehr schön mit Radweg und zu dieser Tageszeit war die Hauptverbindungsstraße noch sehr ruhig.

Nach der dritten Brücke wurde es noch stiller. Die nächsten ca. 15 km fanden auf absoluten Nebenstraßen statt. Wald, Felsen, ab und zu erhaschte man einen Blick auf das Wasser und hin und wieder ein paar Siedlungen mit den schönen norwegischen mal bunten, hier oft weißen Holzhäusern. Der Pferdefuß der Nebenstraßen ist allerdings das sehr unstete Profil. 7 km fanden auf einer ganz kleinen Straße statt, die auf der Karte ganz am Wasser verlief. Ich möchte nicht wissen, wieviele der 989 heutigen Höhenmeter ich auf dieser Straße gesammelt habe.

Als es wieder ein wenig besser rollte, beschloss ich deswegen auch, die heutige Etappe nicht bis nach Kopervik auszudehnen, sondern in Haugesund Schluss zu machen. Hier sollte es eine Jugendherberge auf einer mit Schnellboot erreichbaren Insel geben.

Weiter ging es – Felsen, Wald, ab und zu mal ein kleiner See, Kurve, hügelauf, hügelab. Trotz relativ häufiger Besiedlung kaum Autos – ich habe das Gefühl, dass mir am heutigen Tag abgesehen von den wenigen Kilometern vor Haugesund so wenig Autos wie noch nie begegnet sind.

Vor Langevåg, dem letzten größeren Ort vor der Fähre nach Buavåg, kamen mir auf einmal mehrere Radler, unter anderem mit den bekannten blau-orangenen ADFC-Ortlieb-Taschen entgegen. Es handelte sich tatsächlich um eine ADFC-Tourengruppe, mit dem Tourenleiter hatte ich im Vorfeld sogar gemailt, dass man sich vermutlich irgendwo begegnen würde – heute war es tatsächlich so weit! Leider raste Michael, der Tourenleiter gerade einen Hügel hinunter und war nicht zu stoppen – ich hoffe, dass zwei seiner Tourenteilnehmer ihm die Grrüße ausgerichtet haben.

Dann gab es wieder einmal eine Fähreüberfahrt, heute nur relativ kurz, dafür war sie nicht wie die gestrige kostenlos. Am Fähreanleger angekommen, war außer mir niemand da und ich dachte schon, ich müsste hier länger warten, aber es dauerte nicht lange, da kam sie und legte in einem eleganten Schwung rückwärts an, da das Boot offensichtlich nur eine Fahrtrichtung beherrschte.

umdrehen

Einmal um 180° gedreht vor dem Anlegen - die Autos fuhren hinten heraus

Auf der anderen Seite hielt ich mich nicht lange auf, da ich für die verbliebenen 30 km bis Haugesund nicht mehr so viel Zeit zur Verfügung hatte, wollte ich doch das Schnellboot um 16:40 auf die Jugendherbergs-Insel bekommen. Gut, dass das Profil dieser Straße noch ein wenig rollfreundlicher war und so gelangte ich mit gemütlicher Zeitreserve nach Haugesund. Die Route verläuft hier direkt am Kai entlang, und ohne zu wissen, wo ich hin muss, stand ich plötzlich am Anleger für das Schnellboot. Es blieb sogar noch Zeit für einen Kaffee.

Das Boot kam allerdings sehr früh, und so musste ich einen adretten Herrn der Bootsmannschaft kurz bitten, meinen Kaffeebecher zu halten, während ich und mein Gerät an Bord gingen. Die Überfahrt erinnerte sehr an unseren heimischen Katamaran auf dem Bodensee – selbst der Sound der Motoren kam mir sehr vertraut vor.

Und wieder einmal war ich bei der Ankunft sehr froh, nicht weiter gehetzt zu sein, sondern diesen Punkt zur Übernachtung ausgewählt zu haben: es ist richtig schön hier! Spektakulär eng rechts und links von hohen Felsen begrenzt war die Einfahrt in den hiesigen Naturhafen. War der Tag heute nicht gerade mit landschaftlichen Höhepunkten ausgestattet – diese Insel ist auf jeden Fall das schönste, was dieser Tag gesehen hat.

rovaer

Die enge Einfahrt in den hafen von Røvær, gut gepolstert rechts und links

Das Hostel habe ich ganz für mich alleine und auch hier ist bis auf die verschiedenen Schreie der Möven und sonstiger Seevögel eine unglaubliche Stille, nur ab und zu ein Schiffsmotor, der vor sich hin brummt.

3 Comments leave one →
  1. Die andere Ute permalink
    4.08.2010 16:32

    Hi,
    cooles Bild! Also der Brocken, auf den ich heute gewandert bin, kann da landschaftlich nicht mithalten…
    Liebe Grüße!

  2. 3.08.2010 18:47

    Wow, das nen ich mal eine Übernachtungsmöglichkeit. Da würd ich wahrlich gerne mal Urlaub machen.

    • 3.08.2010 18:49

      Was hindert dich daran? Es gibt m. E. auch Ferienhäuschen zu mieten!

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