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Hyggelig

2.08.2010

Bergen – Leirvik

103 km (davon 22 km Fähre)

‘Hyggelig’, so spricht der Norweger, wenn ihm etwas sehr gefällt. Und außerdem klingt es wie das deutsche ‘hügelig’ – die Doppeldeutigkeit passt perfekt für den Titel heute!

Die Wetteraussichten für heute waren gegenüber gestern komplett anders: man sprach von Sonne. Und tatsächlich waren morgens zwar noch Wolken am Himmel, aber die blauen Anteile vergrößerten sich stetig. Schon früh, um acht Uhr, war ich auf der Piste. Die ersten km durfte ich den Hügel von der Jugendherberge abrolle. Dank Navi musste ich nicht mehr in die Stadt zurück, sondern konnte mit optimal kurzer Verbindung auf die Route einsteigen.

Die Route um Bergen verläuft wieder einmal kilometerlang auf einer ehemaligen Bahnlinie. Wunderbarer Asphalt und fast völlig verkehrsfrei. Sogar Schilder für die Radroute sind öfter zu finden, allerdings gibt es immer wieder entscheidende Stellen, wo sie fehlen, zum Teil offensichtlich Vandalismus. Gut, dass ich die Route hier wieder als Track auf meinem Navi habe.

Nach dem man die Großstadt offensichtlich hinter sich gelassen hatte und zum ersten Mal zum übrigen, wenigen Verkehr auf die Straße geschickt wurde, zeigte Norwegen auch sofort, was es steigungsmäßig drauf hat. Die nächsten 2 km verbrachte ich steil in einer passstraßen-ähnlichen Situation und fand mich danach ca. 200 hm höher wieder. Das sollte allerdings die deftigste Prüfung meiner Klettermuskulatur an diesem Tag sein.

Die Landschaft hatte sich allerdings gegenüber den vergangenen Tagen in Schottland einem kompletten Szenewechsel unterzogen. Plötzlich enge Täler, hohe, steile, bewaldete Berge um einen herum, kurvige Straßen, wo man immer nur bis zur nächsten Kurve sieht. Holzhäuser an den Hängen verteilt.  Sehr schön, auch hier. Was für ein Unterschied zu der kargen Weite in Schottland und auf den Inseln!

voss

Das können die Norweger auch sehr gut: Wasserfälle.

So ging es mal durch den Wald, mal am Fjordrand entlang meistens mit ein bisschen auf und ab, ab und zu auch mal steil zur Fähre nach Halhjem. Ich musste nur 15 min warten, dann kam sie und legte fast vollautomatisch an. Nur Minuten dauerte die komplette Entleerung und Wiederbeladung durch Busse, Autos und Fußgänger, dann ging die Überfahrt auch schon los. Was für eine Effizienz! Und diese Fähren fahren dazu mit fast der doppelten Geschwindigkeit wie unsere Bodenseefähren – ich hatte mich schon gewundert, dass eine so lange Strecke nur 40 min dauert.

Auf der Insel Stord angekommen, geht die Radroute bald rechts ab, der Durchgangsverkehr bleibt auf der Ostseite auf der E39. Sehr ruhige Sträßchen, zu Beginn war wirklich fast kein Verkehr. Auch hier ein nettes Auf und ab, auch mal flache Passagen in abwechslungsreicher Wald- Wiese und Wasser-Landschaft. Die Bergspitzen ragen hier nicht mehr ganz so hoch aus dem Meer heraus.

Die ganze Etappe fast mit sehr viel Sonne und ganz wenigen harmlosen Wolken. Ich war ja schon ab und zu in Norwegen, aber so ein wunderbarer Tag war mir noch nie vergönnt!

Ich fuhr noch bis Leirvik, was wieder für ca. 40 km die einzige nennenswerte Ansiedlung darstellt. Eigentlich hätte ich heute noch ein bisschen weiter gekonnt, aber da wäre überhaupt nichts zum Übernachten gewesen – es sei denn, man wäre noch einmal 40 – 50 km gefahren. Hier muss man relativ schlau planen, wenn man nicht wild zelten will. Dafür habe ich hier einen Campingplatz mit wirklich schöner Aussicht aufs Wasser, und ganz ruhig!

zeltplatz

Das ist ein Plätzchen zum Zelten, was?

4 Comments leave one →
  1. 3.08.2010 08:09

    Gabs eigentlich schon Defekte? Bei diesem Wetter und dieser Aussicht könntest Du doch auch mal einen Platten ertragen, oder?

  2. 2.08.2010 19:56

    Sehr nett Dein Zeltplatz. Hast Du eigentlich das Zelt farblich passend zum Rad gekauft oder umgekehrt?

  3. Die andere Ute permalink
    2.08.2010 18:08

    Was spricht denn gegen wildes Zelten? Es gibt doch nichts schöneres. Und Wasser zum Baden und meist auch zum Trinken gibt es doch in Norwegen überall.

    • 2.08.2010 18:49

      Aber ich will doch so gerne ne warme Dusche, WLAN und Gesellschaft… Allein mag ich nicht wild zelten.

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