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Bergen

1.08.2010

Schlechtwetter- und Sightseeingtag

0 km (wahrscheinlich ca. 10 km zu Fuß)

Oh je, was war das für ein Ausblick aus dem Fenster heute morgen. Die berühmten wassergeschwängerten Vorhänge, von einem sehr ungehaltenen Südwind durch die Luft getrieben. Südwind auch noch, wo ich doch von jetzt ab nach Süden will. Der Wetterbericht war auch eindeutig: Sonntag ausschließlich regnerisch. Nach zermarternder innerer Diskussion entschied ich, noch eine Nacht zu bleiben und so zumindest etwas von Bergen zu sehen. Immerhin kommen hier tausende von Leuten her, um genau das zu tun, da sollte doch etwas dran sein. Und gestern hatte ich außer der Shopping Mall nichts gesehen.

Und ich muss dem Wetter wirklich dankbar sein, dass es mich einen Tag in dieser Stadt gehalten hat. Dieser Tag hat sich wirklich gelohnt. Nicht nur die Bryggen ist sehr sehenswert, Bergen hat auch sonst noch ganz viele sehr nette Ecken.

Zunächst schlug ich natürlich den Weg Richtung Bryggen ein. Zwischen diesen 280 Gebäuden des alten Hanseviertels kann man lange umher flanieren und immer wieder neue Detail entdecken. Irgendwann setzte ich mich in ein Café, schön draußen, aber unter dem Dach und beobachtete stundenlang Leute und bald dann eher nur den wieder kräftig fallenden Regen.

bryggen

Die Bryggen in Bergen, UNESCO-Weltkulturerbe und sehr sehenswert - gut, dass ich nicht gleich weiter gehetzt bin und mir das angeschaut habe!

Danach schlenderte ich durch gefühlt alle Teile der Innenstadt – es gibt noch einige Quartiere, die fast ähnliches Altstadtflair verbreiten. In einem etwas esoterisch angehauchten Cafe fand ich etwas zu Essen mit Preisen, die einigermaßen moderat schienen. Um 14:00 ging ich noch einmal zurück in die Bryggen, weil das Theta-Museum dann geöffnet hatte. Ich folgte einer Empfehlung meiner zu Hause gebliebenen besseren Hälfte, normalerweise höre ich ja nicht auf ihn😉

Es handelt sich um ein Ein-Raum-Museum – der Raum diente der sog. Theta-Gruppe, einem Teil der norwegischen Widerstandsbewegung im 2. Weltkrieg als Hauptquartier. Gegründet wurde im Mai sie 1940 vom 19-jährigen Jan Dahm, der zu diesem Zeitpunkt sogar schon unter genauerem Augenschein der Gestapo stand. Die Gruppe sorgte für Funkverbindung zwischen der norwegischen Exilregierung in England und der Widerstandsbewegung in Norwegen selbst.

1942 flog das ganze auf, als die Gestapo ein Razzia in der gesamten Bryggen machten und ein Gestapo-Mann durch die wohl sehr unstabilen Deckenplanken brach und direkt in den Raum fiel.Die meisten Mitglieder der Gruppe konnten nach England fliehen, zwei Mitglieder wurden allerdings verhaftet und kamen in deutschen Konzentrationslagern ums Leben.

Der Raum wurde bis ins letzte Detail so rekonstruiert, wie er bei der Entdeckung durch die Deutschen ausgesehen hatte. Ein sehr netter alter Herr hat mir das alles erzählt – auf norwegisch, da ich ihn auf schwedisch angesprochen hatte, aber er sprach so deutlich, dass ich das meiste verstand.

ecke

Immer wieder gemütliche, fast mittelalterlich anmutende Holzhäuschen-Ecken

Danach noch eine kleine Runde hier und dort, ein bisschen was zum Abendessen eingekauft und nun sitze ich wieder im Hostel vor einem etwas doof schmeckenden Leichtbier. Die Wolken scheinen sich wirklich gerade etwas aufzulockern, die Wetteraussichten für zumindest die nächsten zwei Tage sind ganz gut!

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