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Highlands

26.07.2010

Carbisdale Castle – Lairg – Altnaharra – Tongue

80 km

Ein Tag ohne große Abenteuereinlagen, aber landschaftlich sicher eine der großartigsten Etappen. Morgens zeigte sich die etwas unangenehme Seite von Carbisdale Castle. Ein so großes Schloss voll mit über 150 Jugendherbergsgästen, die alle gleichzeitig um 8:00 mit Frühstück versorgt werden wollen. Das bedeutete ewig langes Schlangestehen bei diesem wahren Massenbetrieb, auch das Frühstück selbst war alles andere als gemütlich.

Um etwa 9 Uhr machten sich mit mir noch einige weitere Radler auf meine Strecke. Das war auch gut so, die erste Hürde des Tages konnte ich so dank der Hilfe eines schottischen Radlers wesentlich leichter nehmen: Es warn mal wieder steile Treppen im Radweg eingebaut. Direkt neben dem Hostel verlief die Eisenbahn- und Fußgängerbrücke über den ‘Kyle of Sutherlnd’, nur dass man dazu erst mal einige steile Stufen auf deiden Seiten der Brücke herunter musste. Einen Teil meines Gepäcks hatte ich mein Schicksal hinnehmend schon zu Fuß hinüber gebracht, da tauchte Frank, der nette Schotte, auf, und half mir, mein Rad mit dem restlichen Geraffel die Stufen hinunter zu hieven.

Ohne viel heftige Steilanstiege ging es stetig bergauf durch das lauschige Flusstal des Shin. Das Wetter war leider nicht mehr ganz so prächtig wie zuletzt – es regnete immer mal wieder ein wenig. Bald war ich jedoch in Lairg, der letzten größeren Ansiedlung für viele km.

Danach wurde die Landschaft immer karger und weiter. Mächtige Grashügel um mich herum und kaum noch Häuser. Die Route führt hier über eine ‘A’-Straße, eigentlich eine Straße der Bundesstraßen-Klasse. Selbst diese sind hier oben allerdings nur noch einspurig. Immer wieder gab es Ausweichmanöver an den zahlreichen ‘Passing Places’, auch auf mich wurde dort oft freundlich gewartet. Die meisten Autofahrer waren heute sehr freundlich gesinnt, nur bei einigen wenigen hatte man das Gefühl, dass sie den armen Radler entweder komplett ignorieren oder knapp vorbei zielen und noch extra Gas geben.

Es ging bergauf und man fühlte sich trotz der gerade mal 268 m am höchsten Punkt wahrhaft hochalpin. Spektakuläre Weitblicke auf menschenleere Landstriche taten sich immer wieder auf. Der mit dunklen Wolken ziemlich bedeckte Himmel verstärkte den rauen Eindruck dieser Landschaft noch.

highland

In den Highlands - gewaltig

An der ersten ‘Passhöhe’ war ein Pub – oder sollte man hier Berghütte sagen? Crask’s Inn, hier gönnte ich mir eine ausgiebige Mittagspause und löste Frank ab, der gerade seinen Kaffee ausgetrunken hatte. Ein uriges Häuschen mit Torffeuer-Öfelchen, wo sehr liebe Leute mich mit Linsensuppe, selbst gebackenem Brot und einem ordentlichen Pott Kaffee versorgten. Eine bemerkenswerte Sammlung verschiedenster Whiskymarken war auf dem Regal hinter der Bar zu sehen, ich fand es dafür allerdings noch etwas früh und blieb bei meinem Kaffee.

craskinn

In der Crask Inn - voll gemütlich. Man beachte die Torfballen vor dem Ofen.

Weiter ging es durch diese wunderbare weite Landschaft, immer einige Meilen ziemlich flach bergauf und auch wieder herunter. Bis kurz vor Ende der Etappe zog sich das Sträßchen über die Höhe, bis man kurz vor meinem Ziel Tongue an eine richtiggehende Kante kam. Eine wunderbare Sicht auf den Kyle of Tongue war die Belohnung für die nicht wenigen Bergauf-km des heutigen Tags. Rasant ging es dann hinab nach Tongue und dort in die Jugendherberge, Frank war schon da. Ein liebevoll eingerichtetes Hostel mit selbst gebackenem Apfel-Zimt-Kuchen von Hannah. So schön auf einer Landzunge gelegen, dass man nach allen Seiten eine tolle Sicht hat und sich gar nicht für eine Seite entscheiden kann.

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