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Nass

19.07.2010

Inverkeithing – Kinross  – Newburgh – Dundee

89 km

Heute war mal so richtig Regentag angesagt. Radeln in voller Waterproof-Montur!

Zum Frühstück bekam ich heute bei Helen im Inglewood B&B zum erstan Mal Porridge. Ordentlich Sahne drauf und frisches Obst – herrlich! Werde das jetzt immer ordern, wenn man es irgendwo anbietet.

Der Himmel sah eigentlich nicht anders aus als die letzten Tage, als ich startete. Höchstens ein paar kurze Regenschauer hatte es gegeben, die man sogar meistens überstand, ohne die Regenklamotten auspacken zu müssen. Heute verdichtete sich die graue Masse allerdings zusehens.

Zunächst stand wieder eine ordentliche Bergwertung auf dem Programm, zwar nur auf 280 m, aber mit sehr giftigen Anstiegen. Das Wetter ließ mich genau bis zur ‘Passhöhe’, bis ich kapierte, dass der Regen es heute ernst nehmen würde. Dort oben gab es natürlich weder Unterstand noch Sitzgelegenheit, um die Regenklamotten in würdiger Art und Weise anzuziehen, deswegen schnappte ich meinen Schirm und fummelte die Regenklamotten einhändig um mich drum. Gut, dass grad keiner vorbei kam, ich habe glaube ich eine ziemliche Lachnummer abgegeben, so mit immer umkippendem Schirm und Gewurschtel.

aussicht

Harte Pedalierarbeit am Hügel führt immer wieder zu tollen Aussichten

Bis in die nächste Ortschaft Kinross war es allerdings nicht mehr weit, und es ging auch wirklich immer bergab (das weiß man hier nie!). dort fand ich ein nettes Café, wo ich erst ein mal bei Kaffe & Scone wieder ein bisschen abtrocknen konnte. Danach änderte ich die Bekleidungsstrategie in volle Regenmontur und fuhr weiter. Die eine oder andere ordentliche Schüttung bekam ich noch ab, danach ließ der Regen zum Glück nach.

Das Wasser stand allerdings zum Teil heftig auf den Sträßchen und ordentlich Schlamm war allenthalben aus den Hängen gespült. Einmal musste ich sogar nabentief durch eine Riesenpfütze fahren, bin zum Glück durchgekommen. Witzigerweise hieß genau diese Straße ‘Dryside Road’. Einen seltsamen Humor haben die Schotten zuweilen…

dreck

Mein armes Rad wurde heute in Schlamm gebadet

In Auchtermuchty (diese Ortschaft führt gerade in meiner geheimen Wertung der witzigsten Ortsnamen) wagte ich sogar, Gamaschen und Regenhose wieder auszuziehen. Kurz vor Newburgh fiel sogar die Jacke.

In Newburgh – einem netten Flecken am River Tay – gönnte ich mir einen weiteren Teestopp mit Cheese&Ham-Toastie. Danach waren es nur noch 15 Meilen bis zur Tay-Bridge, an deren anderem Ende Dundee liegt und mein reserviertes Hostelbett ebenfalls in der Nähe des Brückenendes. Aber was war das? Es fing wieder an, und unmissverständlich forderte der Regen die erneute Installation der kompletten Regenrüstung. Dieses Male etwas würdiger auf dem Grasstreifen in einer Hofeinfahrt – Ameisen inbegriffen – zog ich das Geraffel wieder an. Und wurde bald von der Richtigkeit der Entscheidung überzeugt – es goss noch mal, was ging.

Eigentlich sehr schade, zogen sich diese 15 Meilen doch wie auf einem Aussichtsbalkon über dem Tay hin. Man mochte das heute nicht so wirklich genießen, die Sicht war auch nicht besonders gut.

Aber bald war die Tay Bridge zu sehen. Auch das wieder ein beeindruckendes Brückenbauwerk, dieses Mal nicht hängend. Der Fahrrad- und Fußweg ist zwischen den Fahrspuren – ein sehr spezielles Feeling. Am Ende wird man sprachunterstützt per Aufzug in die Innenstadt von Dundee gebracht. Das Hostel ist sehr angenehm, ganz in der Nähe von St. Paul’s Cathedral – schönste Glockenbeschallung!

2 Comments leave one →
  1. 20.07.2010 17:03

    Hi Dagmar,

    das war sicher ganz schön anstrengend für dich, mit dem vielen Regen.

    Ich bewundere echt, wie du das durchziehst. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste jeden Tag so lange im Sattel hocken… autsch!:/

    Ich wünsch’ dir auf jeden Fall weiter eine schöne Zeit und freue mich schon auf deinen nächsten Post.

    Grüße vom Bodensee
    Wolfgang

  2. 20.07.2010 16:54

    Da muss ich doch gleich mal ein Post da lassen. Auch wenn ich mir Schottland nie mit dem Fahrrad an tun werde ist das Land einfach nur super.
    Ich wünsche dir weiterhin gute Fahrt und vor allem viel Spaß dabei.
    Genieße vor allem das schottische Essen.

    bis denne
    rebel

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