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So fies und so lieb

12.07.2010

Lincoln – Market Rasen – Barton-upon-Humber

88 km

Regen war vorhergesagt. Das Wetter hielt sich brav dran: Als ich beim Frühstück saß, fielen die ersten Tropfen. OK, wir sind ja nicht zum Vergnügen hier, Jacke und Gamaschen angezogen und los.

Der Wind hatte seine Richtung komplett gedreht. Leider machte die Route hier ebenfalls einen kompletten Richtungswechsel – siehe die gestern beschriebene ‘Nase’ in der Routenführung. Also Regen und Gegenwind. OK, meistens nur leichter Niesel, bis zu einem der wenigen etwas größeren Orte, Market Rasen, eigentlich kein Problem.

In Market Rasen tauchte ein größerer Supermarkt direkt an meiner Route auf, den ich ansteuerte. Sogar ein ganz erträgliches Café dabei, so beschloss ich, hier erst mal meine etwas ausgekühlten Knochen von innen mit ordentllich Kaffee zu wärmen.

Und siehe da – zwei weitere Tourenradler, Liz & Rob aus London saßen ebenfalls im Café. Wir kamen natürlich sofort ins Gespräch, Liz ist ähnlich wie ich zu Hause für den ADFC in London für Sustrans tätig, denen britische Radler z. B. das extrem gute inselüberspannende Radwegenetzwerk zu verdanken haben. Absolut ein ‘great job’, was die hier machen, danke!

Weiter. Auf dem Programm stand eine 160 m hohe Rippe, die sich mir in den Weg stellte. Natürlich fing es wieder doller an zu regnen und völlig überflüssigerweise frischte der Gegenwind auch noch auf. OK, raufkurbeln. Auf der ‘Passhöhe’ war ich deftigst sturmregenschwadenumtobt – ich hoffe, dass ich das nicht soo oft haben werde…

sinus

Schweißtreibendes Auf-und Abgehügel

Eigentlich hätte ich heute nicht unbedingt eine so lange Etappe gebraucht, noch dazu bei diesen Bedingungen. Aber auf den gesamten ca. 50 km von Market Rasen bis Barton gab es höchstens mal eine Telefonzelle in den hier sehr ruhigen Orten. Deswegen: entweder zurück oder Durchziehen bis Barton. Durchziehen.

Mitten im Auf-und Abgehügel der ‘Rippe’ traf ich auf zwei gestrandete holländische Tourenradler mit einem der beiden Rädern in klar erkennbarer Pannenstellung. Das Rad des männlichen Holländers hatte einen klassischen Kettenklemmer. Die Zange meines Leathermans machte das Rad wieder flott. Wir wechselten noch ein paar Worte und ich begab mich weiter gegen den Wind in Richtung Barton.

Und die km zogen sich. Und natürlich regnete es die letzte Stunde noch mal richtig. Und bis zum Schluss ordentlich Sinus im Geländeprofil. Gegen 18:00 sah ich dann tatsächlich das Ortsschild meines ersehnten Ziels.

Jetzt musste nur noch eine Unterkunft gefunden werden. Nach den unrühmlichen Erfahrungen des Abends zuvor beschloss ich, sofort zu fragen. Und gleich am Anfang der hiesigen ‘Innenstadt’ befand sich ein Pub, das ich betrat und die Leute dort um Hilfe beim Finden meiner Bleibe bat. Es wurde lang diskutiert und Telefonbuch gewälzt – offensichtlich hatte ich mir nicht den touristisch belebtesten Ort ausgesucht. Man überlegte das eine oder andere Hotel, was aber verworfen wurde, weil zu teuer. Nach mehrfachem Hin- und Herüberlegen schlugen sie mir tatsächlich vor, einfach bei Ihnen im Gästezimmer zu schlafen, wenn mir das nichts ausmachen würde mit Kleinkind (Reilly, süßer Kerl, der gerade Sprechen lernt) und zwei Hunden. Aber hallo, das ist ja gar kein Problem! Ich war überwältigt von so viel Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft. Mark gab mir den WiFi-Key, Helen hat noch für mich und einen zweiten Familiengast was zu Essen gemacht… Nach diesem Kampftag ein außergewöhnlich warmherziger Abschluss!

volunteer arms

Mark und Helen, die Betreiber des 'Volunteer Arms' nahmen mich pudelnassen abgekämpften Radler warmherzig auf

2 Comments leave one →
  1. Sonja permalink
    14.07.2010 19:32

    ja hi Dagmar, bin etwas hinten dran mit lesen. Das ist ja wirklich nett zu lesen, dass es sowas nettes noch gibt gell. Das freut mich. So kriegst Du gastfreundliche Person eben auch was zurück. Das Leben ist also manchmal gerecht🙂

  2. Paul permalink
    13.07.2010 15:15

    Great to see you are making good progress, The humber bridge awates you after Barton upon humber, it’s only 1 mile across (1600km) If you stick to the cycle paths I think it is free to cross./Schön dich zu sehen sind, macht gute Fortschritte, die Humber Bridge awates Sie nach Barton Upon Humber, es ist nur 1 Meile breit (1600km) Wenn Sie die Radwege Ich denke, es ist kostenlos, um Cross-Stick.

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