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Ein Bad in der Menge

8.07.2010

Beccles – Norwich

48 km

Der Morgen begann schon mal mit einem Fehlstart, wie er im Buch stand. Ich hatte mit meiner ‘Landlady’ Frühstück um halb acht vereinbart. Ich wachte auf – huch, ist ja schon nach sieben – trollte mich aus dem Bett, und legte die Arbeitskleidung an (Radlerhose etc.) Eine ganze Weile später griff ich zu meiner Uhr und stellte fest, dass es noch nicht einmal halb sechs war. Ich hatte schlicht die Uhr spiegelverkehrt interpretiert. Wahrscheinlich kommt das vom ewigen spiegelverkehrt fahren hier…

OK, nach einer weiteren Mütze Schlaf wachte ich dann ziemlich spät auf und kam etwas später zum Frühstück. Es erwartete mich mein erstes richtiges ‘english Breakfast’: Würstchen, Spiegelei, gebackener Schinken, Pilze und Tomaten aus der Pfanne. Kalorien für hunderte von Meilen. Aber sehr lecker, alles regionale Produkte, wie meine ‘Landlady’ betonte und wunderbar zubereitet.

english breakfast

Eine Etappe wird beim Früstück entschieden😉

Die ersten Kilometer des Tages fielen erstaunlich schwer. Offensichtlich wollte mir mein Körper mitteilen, dass es mal Zeit für etwas Erholung wäre. Der Plan, heute noch nach Fakenham zu fahren, was die 100 wieder voll gemacht hätte, wurde zugunsten eines freien Sightseeing- und Shopping-Nachmittags in Norwich aufgegeben. Gut, dass gerade eine so sehenswerte Stadt auf dem Weg lag, wo es sowieso eine Sünde gewesen wäre, einfach durchzubolzen!

Die durchaus wenigen km bis Norwich zogen sich – die Karte zeigt zwar eine Routenführung mehr oder weniger am Fluss entlang, aber das Land hebt sich hier sofort, wenn man mal ein Stück vom Fluss weg fährt. So waren noch einige ordentliche Hügel zu absolvieren, bis ich auf gut ausgeschildertem Weg ins Zentrum von Norwich kam.

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Von wegen Flachland - selbst Badger ist ganz besorgt!

Mein erster Weg dort führte zur Tourist Information, da ich die Nacht hier verbringen wollte. Diese befindet sich in einem imposanten modernen Kulturgebäude, dem ‘Forum’. Dort konnte man Schließfächer mieten, wo ich mein ganzes Gerödel bestens unterbringen konnte. Mein Rad schloss ich an einem vernünftigen Fahrradständer an, und so war ich einige Stunden zu Fuß mit leichtem Gepäck unterwegs.

forum

Das Forum in Norwich - alles da, Kultur, Tourist Information, Cafe und Schließfächer.

Beim Abholen des Schließfachschlüssels stand ein ähnlich bepacktes Fahrrad wie meines vor dem Schalter: sozusagen ein Fahrrad-Sanka. Der zugehörige Fahrer bemerkte mein Interesse, tauchte auf und ezählte mir von den ‘medical patrols’, die in Norwich wohl schon seit einigen Jahren erfolgreich in der Innenstadt eingesetzt werden, wo sie viel schneller als die vierrädrigen an Ort und Stelle sind.

sanka

Die radelnde 'medical patrol' von Norwich - dort hat man offenbar begriffen, was ein Fahrrad in der Innenstadt für Vorteile bringt

Die Kathedrale ist definitiv eine von der sehr beeindruckenden Sorte, hier verbrachte ich einige Zeit. In einem dazu gehörigen Besuchergebäude probte ein Mädchenchor, ein sehr schöner optisch-akustischer Gesamteindruck.

norwich cathedral

Die Kathedrale von Norwich - ein gewaltiges Gemäuer

Nach noch ein wenig Stadtbeschau, Shopping und Nahrungsbeschaffung fand ich dann mit Hilfe meines GPS die gebuchte Unterkunft. Sie liegt ziemlich an der Ausfall-Radroute der Stadt, so wird mir so eine Pleite wie in Colchester morgen hoffentlich erspart bleiben😉

6 Comments leave one →
  1. 19.12.2010 18:34

    17% und dann freihändig. Ich mach mir Sorgen.

  2. Sonja permalink
    9.07.2010 10:32

    von der ute.
    ich krieg bei dem anblick übrigens HUNGER!
    badger ist so putzig,
    dagmar, den musst du mit heimbringen

  3. 9.07.2010 08:22

    Wo kommt eigentlich dieser Spruch “eine Etappe wird beim Frühstück gewonnen” her?

    • Ute permalink
      9.07.2010 18:55

      Habe ich sie dran erinnert😉 Hätte man Dich patentrechtlich erwähnen müssen?

  4. 9.07.2010 04:34

    Also das mit der medical patrol find ich ja nu mal seh genial. Da hat ja wohl mal irgendwer in der Stadtverwaltung sehr gut nachgedacht.

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