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Die große Beachparty

5.07.2010

Den Oever – Bergen aan Zee – Katwijk aan Zee

130 km

Der Tag begann mit gewohnt ruhig-lauschigen Startkilometern, an diesem Tag schon um kurz nach 8 (!). Die  Strecke führte zunächst wieder wie die letzte Zeit auf ruhigen Straßen – sehr viele schöne Alleen – in Richtung Westküste.

Am späten Vormittag erreichten wir diese. Was für ein Wechsel! Plötzlich fanden wir uns auf Fahrradwegen wieder mit gefühlten Millionen von Fahrradfahrern zusammen mit Strandutensilien tragenden Fußgängern und hin und wieder noch die ganze Wegbreite beanspruchenden Inlineskatern. Die Fern-Radelroute wurde auch einem komplett neuen Layout unterzogen. Der Weg schlängelte sich jetzt zwischen den reichlich vorhandenen Dünen entlang. Der optische Eindruck entsprach einem bis zum Horizont reichenden Golfplatz, mit reichlich Sandbunkern. In der Summe immer noch flach, aber hier sehr viel Dünauf- und Dünab, was einen völlig neuen Beanspruchungscharakter zur Folge hatte.

Die Massen an Strand- und Erholungsuchenden Radfahrern waren auch hier zugegen. Man wähnte sich hier  in einer kilometerlangen Beachparty. In unserem Mittagspausenort, Bergen aan Zee, wurde das Partyfeeling noch durch haufenweise ruhenden und parkplatzsuchenden Autoverkehr verstärkt. Nach einigen Tagen ruhiger Agraratmosphäre ein wahrer Kulturschock!

Das Ziel des Tages war, ziemlich in die Nähe von Hoek van Holland zu kommen. Der Fahrradweg in den Dünen war zwar sehr schön weitab von jeglichem Autoverkehr, aber von ständigem Auf und Ab und Hin und Her geprägt. Wir beschlossen daher, unsere Route an die Küstenstraße zu verlegen. In Holland ist das in der Regel problemlos möglich, da alle größeren und näheren Orte für Fahrradfahrer ausgeschildert sind und auch immer ein Radweg parallel zu den Straßen führt. Gigantische Infrastruktur, davon können wir in Deutschland nur träumen!

An der Fähre zwischen Haarlem und Ijmuiden blieb mir wieder der Mund offen: so viele Radler, das hätte in Dautschland als Fahrraddemo angemeldet werden müssen.

Der Strecke zog sich, dazu gesellte sich ein lebhafter Küstenwind, der uns immer mehr ins Gesicht blies. Es ging zum Schluss hin immer langsamer voran – der Zielort wollte und wollte nicht ins GPS-Display rücken. Nach 19:00 erreichten wir den letzten Ort vor unserem Ziel – wieder ein Kulturschock. Man hätte den Ort gut und gerne auch Betonklotzien nennen können – haufenweise vermutlich zum großen Teil leerstehende vielgeschossige 60er-Jahre Bausünden, die Dünen überragend.

Schlussendlich erreichten wir leicht ausgepunpt etwa um 20:00 Uhr unseren anvisierten Ort. Das GPS wollte uns eine Tages-km-Leistung von 720 km verkaufen – irgendwie dachte das Gerät, ein paar Wegpunkte des Tracks in der Reutlinger Gegend setzen zu müssen.

Wir fanden eine zwar nicht ganz billige, aber sehr nette Unterkunft und hatten ein zwar nicht ganz billiges aber wunderbares argentinisches Abendessen. Ein wahrlich harter Tag.

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