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Der erste Tag

27.06.2010

Hamburg-Ottensen – Cuxhaven, 126 km

Ja, tatsächlich, 126 km. Geplant waren eigentlich nur gut 100, aber da kann man mal wieder mal sehen, dass trotz aller GPS-Track und softwaregestützten Routenplanung ein gewisser Ungenauigkeitsfaktor nicht zu vernachlässigen ist. Aber eins nach dem anderen.

Um etwa 9:30 rollte der LKW in Ottensen los. Die ersten zarten Kilometerchen führten gerade mal zum Anleger, wo das Fährenboot nach Finkenwerder anlegt. Die Schleife durch die Innenstadt Hamburgs wollte ich mir nicht auch noch geben, da mir klar war, dass die Etappe sehr lang sein würde.

In Finkenwerder angekommen dann erst mal die modernen Gerätschaften – das GPS -in Gang gesetzt. Ich hatte ja im Zug noch ordentlich alle Daten auf das Gerät geladen, die man halt so braucht. OK, dann also den Track suchen, dass man vom Anleger auf en Fernrad weg kommt. Aber wo war der bloß?

Minuten später wurde mir dann klar, dass ich zwar den Track für die komplette deutsche Strecke auf das Gerät geladen hatte, dieser aufgrund der vielen Trackpunkte ohne Rückmeldung gekürzt worden war. Ich hatte also nur ein Stückchen rund um Emden als Navigationshilfe. Da werde ich aber frühestens am Mittwoch sein. Super!

Naja, dann denkt man sich, der Weg ist ja ausgeschildert, wird schon gehen. Der Weg ist aber mehr schlecht als recht ausgeschildert. An mehreren Kreuzungen ging haufenweise Zeit ins Land, weil man erst mal abchecken musste, welcher Ort denn jetzt auf der richtigen Richtung liegt. Etwa 20 km später stand ich wieder in einer Ortschaft mit keinerlei Hinweisen auf die Radroute. Dann war mir das doch zu dämlich und ich setzte mich in den Schatten auf die Treppe eines (natürlich geschlossenen) Fleischerladens, holte mein Laptop heraus und stückelte die Tracks so zusammen, dass mein Gerät alles fraß. Dauert natürlich auch seine Zeit.

Danach radelte es sich aber doch um einiges entspannter und ich kam gut voran.Die Route führte durch das Alte Land, welches eine sehr schöne Kulturlandschaft mit viel (sogar hin und wieder noch Hochstamm-) Obstbäumen und reich verzierten Fachwerkhäusern ist. Mittagspause machte ich dann in dem wunderschönen kleinen Städtchen Stade, was eine echte Bergwertung in der Altstadt bietet.

Weiter ging es dann über wunderschöne Alleen und schattige Abschnitte bis zur nächsten Pause. Ich entdeckte zufällig ein echtes Wahrzeichen deutscher Ingenieursbaukunst:  die Schwebefähre über die Oste. Im Fährkrug verfolgte ich per Twitter das Deutschlandspiel und informierte gleich alle anderen anwesende Gäste über die Tore.

Und immer noch war Cuxhaven ziemlich weit. Das wurde nicht besser durch ein ca. 10 km langes Waldstück, wo es a) ziemlich den Berg hinaufging, b) der Weg entsetzlich holprig war und c) der Weg über lange Strecken durch knöcheltiefen Sand führte. Was haben wir geflucht! Vor allem, weil sich die Streck umso mehr zog wie Kaugummi.

Schlusssendlich war ich aber doch in Otterndorf an der Elbe gelandet. Das letzte Stück bis Cuxhaven war dann auch sehr schön, vor dem Deich mit haufenweise hübsch von der Abendsonne angestrahlten Schafen. Relativ spät – um kurz vor halb neun – fand ich dann auch noch mit Hilfe meines GPS meine nette Couchsurfing-Gastgeberin Martina.

4 Comments leave one →
  1. 19.12.2010 10:10

    Ich möchte auf mein GPS ja auch nicht mehr verzichten. Ist schon sehr angenehm. Eine richtige Karte habe ich aber trotzdem gerne mal in der Hinterhand.
    Naja, und das mit den 500 Punkten passiert einem ja immer nur einmal.

    Fährst Du eigentlich allein?

  2. 28.06.2010 18:29

    Ja, normalerweise ist das alles flach wie Klodeckel hier. Die höchste Erhebung ist der Deich. Aber dieses Städtchen liegt tatsächlich auf einer ganz schön hügeligen Insel. Ich vermute haufenweise mittelalterlicher Müll😉

  3. 28.06.2010 10:34

    Tja, früher war halt doch alles besser! Eine anständige Landkarte wird nicht automatisch halbiert, wenn man eine zweite mit in die Lenkertasche steckt.
    Grüßle,
    Jürgen

  4. 28.06.2010 07:00

    Das klingt ja mal spannend chaotisch. Technik die begeistert, wie?😉
    Aber moment mal …. es gab Bergwertungen und “bergauf”-Strecken? Ich denke du bist an der Küste? ISt das da nicht flach wie … wie … naja …. ein Pfannkuchen?

    Jedenfalls bin ich gespannt auf weitere Berichte und hoffe, dass du abends noch die Kraft aufbringst, zu bloggen.🙂

    Viele Grüße aus dem Süden
    Jörg – der Themenmixer

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