Über die Grænse
Ribe – Rudbøl – Niebüll – Bredstedt
123 km
Nun sind wir wieder zurück in Deutschland, das letzte Land auf meiner Reise ist durchquert. Die Schafe blöken wieder in einer verständlichen Sprache.
Durch die schönen Gassen verließen wir heute morgen Ribe. Da dies ja ein Abstecher von der offiziellen Route war, mussten wir auf diese zurück. Allerdings wollten wir nicht einfach ‘platt’ nach Westen zurück, auch weil der Wind wieder fröhlich von dort blies. Deswegen blieben wir etwas im Hinterland des Deichs und siehe da, dort existiert eine offensichtlich alte, ausgeschilderte Version der ’1′.
Bald waren wir aber wieder hinter dem Deich und rollten mal wieder zwischen den aromatischen Hinterlassenschaften der Deichschafe her. Etwas lästig waren auf diesem Abschnitt die Gatter – ziemlich häufig und von der extrem unpraktischen Sorte. Mit Anhänger war das noch weniger spaßig.
In Ballum verlässt die Route den Deich jedoch, da die Grenze in Rudbøl überquert wird, was ein wenig im Landesinnern liegt. Dort fanden wir zum Glück auch ein schönes Hotel, wo man uns eine ganze Thermoskanne Kaffee hinstellte und es warmen Apfelkuchen mit Crème fraiche dazu gab, lecker. Man muss hier wieder aufpassen, dass man einen Kaffee bekommt, die Gegend ist ziemlich einsam zur Grenze hin.
Der Rückenwind schob uns förmlich aus Dänemark heraus, bald war das alte Grenzhäuschen in Rudbøl erreicht. Dort hängen Bilder aus den 60ern, als die Deutschen scharenweise in Dänemark einfielen, um z. B. Butter zu bunkern. Heutzutage unvorstellbar, eher die Dänen fallen in den deutschen Aldi ein.

Das ehemalige Zollhäuschen in Rudbøl
Dann also wieder Deutschland. Und wieder ist plötzlich alles anders. Die vielen Schotterwege sind Geschichte, das ist sehr nett. Aber von Anfang an wieder schlechte Radwege: Schlaglöcher, Wurzeln, zugeparkt, zugewachsen. Beschilderung ist zwar vorhanden, aber man ist froh, wenn man die Route auf dem GPS hat. Die Autolobby ist hier in Deutschland offensichtlich einfach stärker, schade.
In Dagebüll kommt man wieder an die Nordsee, und – welch Überraschung – man kann dort ganz lang auf der Meerseite am Deich fahren. Sehr schön, manchmal verläuft der gut asphaltierte und in gutem Zustand befindliche Weg direkt am Wasser entlang. Und mit dem inzwischen kräftigen Rückenwind schossen wir nur so zwischen den Schafen dahin, gebremst nur ab und zu von den auch hier selbstverständlich vorhandenen Gatter.

Deichweg an der Meerseite, hier gings mit Rückenwind wie der Blitz voran!
Wir entschieden uns um kurz nach fünf Uhr 7 km ins Landesinnere – nach Bredstedt – zu fahren, wir hatten gar keine Info über Übernachtungsmöglichkeiten und rechneten damit, dass es in diesem etwas größeren ‘Flecken’ ein Bett für uns gab. Vor dem Deich gibt es nun mal gar nichts.
Das Städtchen war für einen Samstagabend wohlwollend als erholsam ruhig zu beschreiben. Immerhin fanden wir ein bezahlbares Zimmer im ‘Cafe Frida’ und einen vertrauensvollen Italiener mit Pasta und Pizza, damit waren wir zufrieden.










Hi,
willkommen in Deutschland! Unglaublich, was du da geschafft hast.
Übrigens vermisse ich die bissigen, aber witzigen Kommentare von Jürgen (`habe gar kein Auto) sehr